Österreichischer Kinderschutzbund - Verein für gewaltlose Erziehung

Kinder sind unschlagbar

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Lieber Christian, liebe Mitglieder,

Von: Tanja Wörndl-Voggenhuber, 2012-04-11

mit großer Bestürzung habe ich die Nachricht erhalten, dass unser lieber Gert nicht mehr unter uns sein wird.
Ich bin außerordentlich traurig darüber und möchte seiner Familie aber auch dem Verein, dem er seit Jahrzehnten seine Kraft gewidmet hat, mein Beileid ausdrücken.

Ich selbst kenne Gert seit Beginn meiner Arbeit mit Hans Czermak. Das sind fast dreißig Jahre, in denen wir gemeinsam in Sachen Kindeswohl Seite an Seite tätig waren. Gert war mit der ganzen Kraft seines Herzens Mensch. Das ist eine der höchsten Auszeichnungen, die man als Erdenbürger erreichen kann. Sein Mensch-Sein galt dem Kampf gegen Gewalt an Kindern und es war nicht schwer, den von ihm vorgezeichneten Wegen zu folgen. Gerne habe ich ihn zu Rate gezogen, gerne habe ich mit ihm korrespondiert, und immer habe ich ein offenes Ohr und liebe, aufmunternde Worte und Unterstützung erhalten. Bei allem, auch persönlichen Belangen!

Ich habe ihn in mein Herz geschlossen – und da wird er auch bleiben!

Mit lieben Grüßen
Tanja Wörndl-Voggenhuber

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gewaltig

Von: Andrea Zehetner, 2010-12-7

Das Leben ist nun mal auch höllisch - d.h., das Paradies ist ja schon lange verloren.

Die Vision der Gewaltlosigkeit möge uns den Weg weisen;

als Mutter schaffte ich es leider nicht; war auch auf viel zu vieles nicht vorbereitet; das heißt, in meinen 16 Jahren Schulbildung z.B. war so viel Wichtiges (Familienleben; Alltagspraktisches; Baby-Kleininderzeit z.B. kein Thema. :(

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Kirche und Gewalt

Von: Herbert Stadler, 2010-3-22

Es geht nicht darum, etwas zu beschönigen, schon gar nicht zu verniedlichen oder zu vertuschen. Und der Hirtenbrief hat mich auch enttäuscht - diese "No na net-Reaktion" hätten viele andere auch schreiben können, darauf mussten wir nicht tagelang mit Spannung warten.
Nur die Objektivität der Diskussion scheint mittlerweile schwer außer Kontrolle geraten zu sein, wenn nun schon bald jeder prominente(?)
Moderator, Schriftsteller oder Schauspieler etc. sich darum rittert, wer Schlimmeres in den Internaten vor 30, 40 Jahren erlebt hat.
Und die "Sippenhaftung" gegenüber Geistlichen, Erziehern/innen in den derzeitigen(!) kirchlichen Einrichtungen halte ich für mehr als bedenklich -

Gott sei Dank gibt es erste Proteste dagegen von Jugendlichen in heutigen Internaten.
Daher halte ich die berechtigte und längst fällige Aufdeckung der untragbaren und unentschuldbaren Missstände der 50er 60er und 70er Jahre nur für einen billigen Vorwand der Kirchenaustreter/innen, einen Schritt zu setzen, den man ohnedies schon längst tun wollte.
Last not least: Dass auch "Watschn" der damaligen Zeit nun plötzlich als des Teufels Werk entlarvt werden, halte ich schlicht und einfach für ein historisches Vogel-Strauß-Denken der Alzheimer- light-Kritiker-Partie, denn "Watschen" waren DAMALS ein gängiges, überall(!!) angewandtes Erziehungsmittel! Also nicht nur in Schulen, nicht nur in Internaten, sondern sehr viele, die in diesen Einrichtungen eine oder mehrere "fingen", haben damals selbstverständlich bei Fehlverhalten auch zu Hause eine oder mehrer "abgefangen" - dies nun heuchlerisch heulend als "Erfindung" und
Erziehungsmittel bloß kirchlicher Einrichtungen zu outen, halte ich schlichtweg für bösartiges Denken!
Das rechtfertigt sicher keine einzige "Watschn", aber wer damals keine zu Hause oder sonst wo "gepickt" bekam, gehörte zu den Priviligierten!
Es ist u.a. dem ehemaligen Jugendgerichtshofpräsidenten Prof. Dr. Jesionek, und dem legendären Kinderarzt Dr. Czermak zu verdanken, dass Gewalt in der Familie in Österreich seit nicht mal 20 (!!) Jahren gesetzlich (!!) und per Strafandrohung verboten ist! Das dürfte vielen entgangen sein!
Diese beiden zutiefst schätzenswerten Herren mussten aber auch jahrelang dafür schwer kämpfen - und die Politik und die Gesellschaft mühsamst(!) überzeugen!
Also lassen wir - im wahrsten Sinne des Wortes - die Kirche im Dorf !!!!

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Kavaliersdelikt-nach wie vor

Von: Britt-Gina, 2008-8-10

ich selbst habe gewalt bereits in der kindheit miterlebt und ich weis heute es gibt nur eine wirkliche erziehungsmethode-liebe.aber selbst das wird falsch verstanden und es reden alle davon etwas zu ändern,tun es aber nicht,in der familie bleibt es immer noch ein kavaliersdelikt,oder man redet am besten nicht darüber.m.f.g. Britt-Gina

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Selbst haben meine Frau und ich keine Kinder,

Von: Christian Hursky
Abg. z. Nationalrat, 2008-07-25

doch jene Kinder mit denen wir uns treffen, die kommen gerne zu uns.

Sei es ein Kickerl im Garten oder im Wohnzimmer, wo so manche Blume fällt , seien es wilde Spiele im Pool bei denen ich manchmal den „jagenden“ Wal gebe, wenn Kinder zu besuch sind dann ist bei uns immer etwas los, auch zum Ungemach der Umgebung.

Tja, bei uns dürfen sich die Kleinen und Mittleren schon mal austoben, auch ohne gleich zurechtgewiesen zu werden.

Dennoch, Spielregeln gibt es immer – bis hierher und nicht weiter!
Gerne wird dann von den lieben Kindern versucht, diese Grenzen zu überschreiten oder auszuweiten.

Jetzt heißt es, richtig zu agieren. Ein deutliches Nein mit einer entsprechenden Erklärung und die dabei notwendige Mimik reichen in der Regel für den entsprechenden Respekt vor der Entscheidung.

Aber ja, da gibt es ja noch die lieben Kleinen, welche die Eltern auch so richtig zur Weißglut bringen können mit Ihren Spielen. 1000 x beobachtet im Alltag, wie auch die verschiedenen Reaktionen der Mamas und Papas.

Jene Mütter und Väter, die sich mit ihren Kindern intensiv beschäftigen und auseinandersetzen, haben in der Regel weniger Schwierigkeiten mit ihren Kindern konstruktiv zu kommunizieren, als jene, die sich nicht die notwendige Zeit dafür nehmen.

Jedenfalls Gewalt gegen Kinder ist sicherlich kein probates Mittel in der Erziehung, und daher spreche ich mich auch ganz klar gegen die „g´sunde Watsch´n“ aus.

Daher liebe Eltern, lieber selbst einmal bei der Nase nehmen, ob man sich auch wirklich ausreichend mit seinem Nachwuchs beschäftigt, fruchtbare Gespräche führt und konsequent auch die Kinder an vorgegebenen Zielsetzungen beteiligt.

www.christianhursky.at

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Gewalt gegen Kinder noch immer ganz normal

Von: Dr. Johann Hauf, 2007-12-01

Als jemand, der die körperliche Züchtigung als ganz „normales“ Erziehungsmittel mitgemacht und erlebt hat, ist es schmerzhaft und deprimierend zu erkennen, dass Gewalt gegen Kinder noch immer ganz „normal“ ist. Es ist traurig, dass die Existenz von Organisationen wie dem Österreichischen Kinderschutzbund notwendiger denn je ist.

Wenn man die am eigenen Körper erlebte „Pädagogik“ nicht weiter gibt und denkt, dass es damit auch auf der Welt einen Schritt weiter gegangen ist, muss man erkennen, dass man schlussendlich ein naiver Illusionist war. Diese deprimierende Erkenntnis darf uns jedoch nicht daran hindern, gegen Gewalt an Kindern, aber auch gegen jedwede Gewalt, die zur Lösung gesellschaftlicher Probleme angewandt wird, aufzutreten.

Ich wünsche dem Verein für gewaltlose Erziehung und vor allem Christian Vielhaber bei seiner Tätigkeit viel Erfolg. Wahrscheinlich ist auch er einer dieser vielen Illusionisten, aber ich kann versichern, er ist nicht alleine.

Dr. Johann Hauf, Generaldirektor der Österreichischen Beamtenversicherung (ÖBV)

P.S. Selbstverständlich ist Gewalt nicht nur körperlich zu verstehen. Auch die Folgen seelischer und psychischer Misshandlungen können Menschen ein Leben lang belasten.

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Dazu müssten die Menschen von Grund auf geändert werden

Von: Trude Marzik, 2006-03-01

Gewalt an Kindern, oder Gewalt durch Kinder zu verhindern, b e v o r noch Schaden eingetreten ist. Dazu müssten die Menschen von Grund auf geändert werden, alle Menschen. Ein kühnes Unterfangen ...
Wie sagt mein geliebter Nestroy, der alte Pessimist?
"Ich glaube von jedem Menschen das Schlechteste, selbst von mir, und ich hab mich noch selten getäuscht."

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Kommentar: Dazu müssten die Menschen von Grund auf geändert werden

Von: Christian Vielhaber 2008-6-25

... und genau um die Abschwächung dieser pessimistischen Perspektive, liebe Frau Marzik, wollen wir uns bemühen.

Kommentar: Von Nestroy stammt

Von: Silvia P. 2008-6-25

auch folgendes Zitat:
"In den ersten Lebensjahren eines Kindes bringen ihm die Eltern Gehen und Sprechen bei, in den späteren verlangen sie dann, daß es stillsitzt und den Mund hält."

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