Österreichischer Kinderschutzbund - Verein für gewaltlose Erziehung

Kinder sind unschlagbar

Auszüge aus unsererZeitung KINDERSCHUTZAKTIV.

Wenn Kinder erkranken ...

Eva Gruber

Eva Gruber vom Verein KiB children care (Öffentlichkeitsarbeit) hat sich näher mit der Frage auseinandergesetzt, was passiert …

Wenn Kinder erkranken …

… und den Kindergarten, die Schule nicht besuchen können, brauchen sie viel Ruhe und Zuwendung in der vertrauten Umgebung, um vollständig gesund zu werden.

Wenn Kinder erkranken …

… und die Eltern berufstätig sind, stellt sich die Frage: Wer bleibt beim Kind zu Hause?

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fordert an sich schon eine Portion Organisationstalent von Eltern. Erkrankt ein Kind, kommt der gut geplante Alltag ins Wanken.
Liegt ein Sprössling fiebernd im Bett, so ist zu allen Hausmitteln und Medikamenten immer eine Extraportion Liebe ein wichtiger Beitrag zum Gesundwerden.
Kinder brauchen die Nähe einer Bezugsperson und die Geborgenheit daheim, um gesund zu werden – das wissen Eltern!

Eltern wissen jedoch oft nicht, welche Regelungen und Möglichkeiten es abseits des Jahresurlaubs gibt, um daheim beim erkrankten Kind bleiben zu können. Oder sie wagen nicht, ihr Recht auf Pflegefreistellung einzufordern – aus Angst, dass daraus Nachteile am Arbeitsplatz entstehen oder vielleicht KollegInnen dadurch überfordert sind.

Pflegefreistellung beanspruchen

Wenn man wegen der Pflege eines im gemeinsamen Haushalt lebenden, erkrankten Kindes nicht arbeiten gehen kann, haben Eltern Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts bis zum Ausmaß von einer Arbeitswoche pro Jahr. Darüber hinaus gibt es eine zusätzliche Pflegefreistellungswoche, wenn das Kind das 12. Lebensjahr nicht überschritten hat und neuerlich erkrankt. Eltern müssen den Arbeitgeber unverzüglich über die Pflegefreistellung informieren. Verlangt der Arbeitgeber eine ärztliche Bestätigung als Nachweis, dann hat er auch die anfallenden Kosten zu tragen. Die Pflegefreistellung kann auch stundenweise in Anspruch genommen werden. Auch der Partner/die Partnerin kann Betreuungsfreistellung beantragen, wenn ein Kind im Krankenhaus begleitet wird und Geschwister betreut werden müssen.

Ist die Pflegefreistellung aufgebraucht, oder kann nicht in Anspruch genommen werden, ist es gut, wenn Eltern auf ein gut funktionierendes Netzwerk aus Familie und Freunden für die Betreuung zurückgreifen können. Fällt dieses aus, gibt es Organisationen, die Betreuung für erkrankte Kinder zu Hause anbieten. Eltern kennen ihr Kind am besten und egal, wie sie sich entscheiden und eine solche Ausnahmesituation lösen, es ist die richtige Entscheidung in der jeweils individuellen Situation! Hauptsache das Kind kann in Ruhe und Geborgenheit daheim gesund werden.

Wenn Kinder erkranken …

… und ins Krankenhaus müssen, stellt dies für Kinder sowie für die Eltern eine Ausnahmesituation dar. Jedes zweite Kind muss irgendwann einmal ins Krankenhaus. Doch mit einer guten Vorbereitung, Zuversicht und liebevoller Zuwendung können Eltern einem Krankenhausaufenthalt seinen Schrecken nehmen. Wenn Mutter und Vater Optimismus und Gelassenheit ausstrahlen, überträgt sich dies auch auf das Kind.

Ein Spielzeug-Arztkoffer und Bücher können die Angst vor Untersuchungen einschränken. Eine gute Gelegenheit ist ein Krankenhaus am Tag der offenen Tür zu besuchen. Verharmlosen Sie nichts – auch wenn möglicherweise schmerzhafte Untersuchungen oder eine Operation anstehen! Durch Verharmlosen oder Verschweigen riskiert man, dass das Kind das Vertrauen verliert, sich noch mehr ängstigt und die notwendige Therapie/Untersuchung erschwert wird.

Eine Bezugsperson sollte während der Untersuchungen bzw. Behandlungen in der Nähe des Kindes sein. Werden dem Kind die kommenden Maßnahmen von der Bezugsperson oder der/dem behandelnden Ärztin/Arzt erklärt, kann sich das Kind auf die nächsten Schritte besser einstellen. Grundsätzlich sind die Mutter oder der Vater die „Erfahrungsexperten“ für ihr Kind. Daher ist es wichtig, dass Eltern die Ärzte bzw. das Pflegepersonal im Krankenhaus über Gewohnheiten und Eigenheiten, Vorlieben und Abneigungen des Kindes informieren. Im Gegenzug sollen Eltern Informationen über die Regeln des Krankenhauses erhalten, damit eventuelle Missverständnisse schon im Vorfeld vermieden werden können.

Für das Kind ist es besonders wichtig, in der fremden Umgebung eine vertraute Person um sich zu haben. Sollte es Mutter oder Vater nicht möglich sein, die ganze Zeit im Krankenhaus zu verbringen oder dort zu übernachten, hilft ein Kuscheltier, eine Puppe, etwas Vertrautes, damit etwas emotionale Sicherheit und Geborgenheit entstehen können.

In dieser belastenden Situation sollte man auch an sich selber denken und das „soziale Netzwerk“ aktivieren. Eine „wohl-dosierte“ Aufgabenverteilung durch die Unterstützung von Großeltern, Freunden oder eventuell auch durch gesunde Geschwister, bietet der Bezugsperson Entlastung und den gesunden Kindern bzw. den Familienangehörigen das Gefühl, in dieser Situation nicht ausgeschlossen zu sein und ein wenig helfen zu können. Erfolgreich bewältigte Problemsituationen stärken Familienbande.

Wie gesagt, ein Krankenhausaufenthalt ist für die ganze Familie eine Ausnahmesituation. Das kranke Kind reagiert anders als „normal“, ist müde und kann sich schlecht konzentrieren. Auch der Partner oder die Partnerin und die Geschwister sind ein wenig aus der Bahn geworfen. Hier bedarf es besonderer Nachsicht, wenn nicht alles so läuft und sich nicht alle so verhalten, wie man es erwartet. In dieser angespannten Situation sollten die Erwartungen deutlich ausgesprochen werden.

Vor allem VERTRAUEN ist wichtig:

  • in das Können und die Motivation des medizinischen und pflegerischen Personals;
  • in die Belastbarkeit des familiären und sozialen Netzwerkes;
  • in die eigenen Fähigkeiten der Problembewältigung, und nicht zuletzt
  • in die Stärke des hoffentlich bald wieder gesunden Kindes.

Wenn Kinder erkranken …

… nehmen Sie Unterstützung an, denn wenn Sie überfordert sind, ist das für das Gesundwerden Ihres kleinen Patienten nicht förderlich.

children care …
Wenn Kinder erkranken …

KiB, ist die Organisation zur Unterstützung von Familien und setzt sich dafür ein, dass erkrankte Kinder mit Fürsorge und Pflege in Ruhe und Geborgenheit gesunden können. Viele tausend Mütter und Väter schenken KiB seit der Gründung im Jahr 1986 ihr Vertrauen und bewirken somit, dass gemeinsam zum Wohl der Kinder Vieles erreicht wird. Durch die Aktivitäten von KiB ist heute zum Beispiel Kinderbegleitung im Krankenhaus selbstverständlich. Grundlegende Motivation aller Tätigkeiten und Aktivitäten ist es, Eltern mit erkrankten Kindern zu unterstützen und ihnen Hilfestellung zu bieten.

Tag und Nacht erreichbar unter: 0664 6 20 30 40

KiB unterstützt die Familien professionell und Ziel gerichtet in allen Belangen rund ums erkrankte Kind.

Kindern die bestmögliche Betreuung und Pflege zukommen zu lassen, wird durch organisatorische und finanzielle Unterstützung erzielt.

KiB ist Tag und Nacht unter 0664/6203040 für Familien erreichbar und organisiert Betreuung daheim, unterstützt bei einem Krankenhausaufenthalt und macht auf die Bedürfnisse von Familien mit erkrankten Kindern in der Öffentlichkeit aufmerksam.

KiB children care KiB setzt sich für die Umsetzung der EACH-Charta „Rechte der Kinder im Krankenhaus“ in Österreich ein. Gerne können Sie die Broschüre kostenlos anfordern.

KiB children care - Organisation
zur Unterstützung von Familien
4841 Ungenach 51
0 7672 / 8484
verein@kib.or.at
www.kib.or.at

 

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